Sonate für Klarinette und Klavier

Allegro

Hier stellen wir eine Version der Abitur-Sonate  vor, in der die B-Klarinette den Part der Bratsche übernimmt. Beide Instrumente haben ja einen fast identischen Umfang, geben aber mit ihrem so unterschiedlichen Klangcharakter der Komposition jeweils erfrischend neue Aspekte. Dass diese Komposition der Klarinette sehr gut "ansteht", hat die Praxis mit der (demnächst) hier veröffentlichen Version als - erweiterte - Konzertfassung mit Streichern erwiesen: Melancholische oder anrührende lyrische Kantilenen, freche Sprünge, dramatische Akkordbrechungen, das sonore tiefe Register, die singende Höhe... das alles kann die Klarinette hier zeigen und ist mit ihrem Volumen immer ein gleichberechtigter Gegenpart des Klaviers.

Adagio

Der Beginn dieses Satzes mit der aufsteigenden solistischen Vorstellung der tiefsten Quint des Instruments dürfte jeden Klarinettisten erfreuen; ebenso das weitgespannte auf- und wieder absteigende 8-taktige Thema, das die tiefe Lage nicht verlässt. Es wird von dem so andersartigen, aber die Melodie nie gefährdenden, etwas widerborstigen, Vorschlagsmotiv des Klavierbasses, das dann in einem Arpeggio in einen Orgelpunkt fällt, liebevoll kontrastiert.

Das folgende Zwischenspiel in Dur präsentiert nun in ruhigen Viertelschritten in aller  Deutlichkeit das hohe Register der Klarinette in seiner lyrischen Qualität, umspielt kontrapunktisch allein vom Diskant der rechten Klavierhand, welches mit seinen kleineren Notenwerten etwas mehr Bewegung einführt. Dann übernimmt die Klarinette diese Bewegung des Klaviers und leitet über zu der Reprise des anfänglichen Klavierparts, zu dem die Klarinette einen weiterhin bewegten Kontrapunkt spielt.

In der Coda bildet die Klarinette jeweils auf das Vorschlagsmotiv des Klavierbasses hin ein Echo, mit anderen Worten, sie hört zum ersten Mal auf ihren Widerpart, um sich dann abschließend das Motiv selbst zu eigen zu machen und damit den Gegensatz der Instrumente aufzulösen zu einem abschließenden einträchtigen Schluss.

Presto

Im schnellen Walzertakt zeigt hier die Klarinette ihre Beweglichkeit und darf vom anfänglichen energischen Trillermotiv auf dem tiefsten Ton über schnelle aufsteigende akkordische Brechungen hin zu lyrischer Höhe all ihre Tugenden zeigen.

Das Thema endet mit einem trotzigen Vorhaltmotiv, welches immer wieder strukturierend auftaucht und ganz am Schluss des Satzes – aufgespalten in seiner Mitte – in eine dramatische Generalpause führt, um dann, nun im Unisono mit der Klarinette, den Satz zu beenden.

Hartwig Riedl

Sonate für Klarinette und Klavier - Audio

I Allegro

II Adagio

III Presto

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