Beethomorphose

Reflexion des “Largo e mesto“ aus Beethovens op. 10 Nr. 3

für Klavier und Streichorchester

Beethomorphose  ist eine Hommage an Ludwig van Beethoven zum 250. Geburtstag des großen Komponisten. Das Werk ist der Versuch, Beethovens Musik neu zu hören und gleichsam mit den klanglichen Mitteln des Streichorchesters zu reflektieren.

Der Komposition liegt der langsame d-Moll-Satz Largo e mesto („langsam und wehmütig“) der Klaviersonate Nr. 7 D-Dur op. 10 Nr. 3 von Ludwig van Beethoven zu Grunde. Der Satz mutet wie eine Improvisation an, Motive und Themen wirken wie spontane Einfälle, die einander kontrastierend begegnen.

Thomas Schäfer - Beethomorphose - Notenausgabe bei Edition Svitzer
Edition Svitzer - Cover Design: Nicola Lee

Wie wäre es nun, wenn sich diese musikalischen Gedanken in den Stimmen des Streichorchesters weiterspinnen ließen? Wohin mag das führen? Das Streichorchester nimmt diese Ideen in der Beethomorphose  auf und lässt sie Veränderungen – Metamorphosen – durchleben, die den originalen Klängen des Klaviers neue Klangerlebnisse an die Seite stellen. Der beethovensche Original-Klaviersatz erfährt im Verlauf des Stücks nur wenige Änderungen oder Unterbrechungen.

So entsteht neue Musik, in der die alte weiterlebt. Die Beethomorphose  streift dabei zahlreiche Stilistiken und Klangwelten der letzten beiden Jahrhunderte und begibt sich damit auf eine Zeit- und Klangreise von Beethovens Epoche ins Heute. Am Ende darf auch der Blick zurück nicht fehlen, wie auch der Meister selbst in seiner späten Schaffensperiode eine Vorliebe für frühere Satztechniken entwickelte.

Beethomorphose  ist so konzipiert, dass sich zwei Möglichkeiten zur Aufführung ergeben: die gemeinsame Aufführung mit Streichern und Klavier oder nur mit Streichorchester (Beethomorphose II ). So können die beiden Ebenen der Komposition – originaler Klavier- und reflektierender Streichersatz – miteinander oder nacheinander erklingen. Für die Aufführung von Beethomorphose II  empfiehlt es sich, das Largo e mesto im Voraus zu hören, so dass die Reflexion zur Apotheose werden kann.

Die Streicher beginnen in Takt 16 mit dem Auftakt zu Takt 17. Hier findet sich eine kleine Anspielung an das mutmaßliche Geburtsdatum Beethovens am 16. Dezember, verbürgt ist nur sein Taufdatum, der 17.12.1770. Wer den Dezember sucht, der wird in den 12 Sechzehnteln eines jeden Taktes fündig.

Vom Schwierigkeitsgrad her ist Beethomorphose sowohl für Laien- oder Jugendorchester als auch für Profiorchester geeignet.

Beethomorphose - Audio

Mitschnitt der Uraufführung am 5. Juni 2022 in der Kirche St. Josef in Böbingen an der Rems durch die Sinfonietta St. Josef mit Rainer Oster als Solisten am Klavier unter der Leitung des Komponisten Thomas M. J. Schäfer.

Probepartitur - Noten bestellen

Eine Probepartitur und die Möglichkeit, Noten von Beethomorphose  zu bestellen, finden Sie auf der Seite der Edition Svitzer.