Pentagramme

Sonate für Klavier

Die klassische zyklische Sonatenform mit den kompositorischen Möglichkeiten des 20. Jahrhunderts – das ist kurzgefasst die Intention der Klaviersonate „Pentagramme“. Im Fokus stehen die Zahl 5 und ihre Auslotung im Rahmen der klanglichen und technischen Fähigkeiten des Klaviers. In den drei Sätzen greifen verschiedene Themen diese Zahl in unterschiedlicher Gestalt auf und konkurrieren in sich stets entwickelnder Variation.

Im ersten Satz Pentagramme I entsteht durch das Kontrastieren und Durchführen mehrerer verwandter Themen eine freie Sonatenhauptsatzform. Dabei ist die Tonalität zwar nicht grundton- aber durchaus zieltonbezogen. Die Vollständigkeit der zwölf chromatischen Tonstufen spielt eine große Rolle für die einzelnen Formteile, die ohne „Auflösung“ nicht abgeschlossen sein können.

Zwölftönigkeit bestimmt auch den lyrischen zweiten Satz Carillon: Das Carrilon-Thema ist aus dem ersten Satz entnommen und verselbstständigt sich hier. Ihm folgt eine Zwölftonreihe, die sich später zu einer cantablen Miniatur entfaltet. Umrahmt werden diese Elemente stets rondoartig von den Glockenklängen des Carrilons, der schließlich selbst zur Zwölftonreihe wird und sich in einer dodekaphonischen Permutationsfuge entlädt.

Der Finalsatz Pentagramme II ist gleichsam Variationssatz und Spiegelrondo – wobei der Gedanke des Spiegelns dadurch auf die Spitze getrieben wird, dass der gesamte Satz an einer Mittelachse gespiegelt ist. Diesem Mittelpunkt des Schlussprestos liegt erneut das Carillon-Thema zu Grunde, das so den zyklischen Bogen über alle drei Sätze spannt.

Pentagramme - Probepartitur

Pentagramme I_Probepartitur.pdf (3,7 MB)
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