JSBach333 - Rätselkanon

canone permutativo al triangolo

Wo verstecken sich "BACH" und "333"?

J.S. Bach Rätselkanon
J. S. Bach mit seinem Rätselkanon

JSBach333 ist ein Rätselkanon als Hommage an J.S. Bach und ihm zum 333. Geburtstag gewidmet. Beim Kompositionswettbewerb "BACH 333 / CCC Canon Composition Competition" wurde das Werk mit dem 2. Preis ausgezeichnet.

Der Permutationskanon „JSBach333 – canone permutativo al triangolo“ ist nur mit seinem kompletten Ablauf eine vollständige Komposition. Er ist für drei Stimmen/Instrumente angelegt, was insgesamt 30 notierte Takte beinhaltet, die in ihrem Gesamtablauf genau 300 Sekunden dauern. In dieser Anlage steckt die Zahl 333, die Bachs aktuelles Jubeljahr abbildet. Es ist unerheblich, ob die 300 Sekunden in einer Aufführung tatsächlich erreicht werden, denn sie sind in der Komposition angelegt, sollen aber keinesfalls zum interpretatorischen Knebel für die Musiker werden. Auch eine Aufführung mit anderen als den angegebenen Instrumenten ist denkbar.

Der dreistimmige Kanon ist tonal komponiert. Durch seine Zehntaktigkeit ergibt sich eine Assymetrie der drei Kanonteile: Teil 1 (Takt 1-3) und Teil 2 (T. 4-6) sind jeweils drei Takte lang, Teil 3 (T. 7-10) umfasst vier Takte. Dadurch ergibt sich bereits ab dem zweiten Durchgang eine natürliche Permutation, die durch die Spielanweisungen zur Verschiebung fortgeführt wird. So verschiebt sich die anfängliche Tonalität, die Permutationen erzeugen Dissonanzen und moderne Klanglichkeit. Die romantisierende Phrasierung schlägt die epochale Brücke zwischen Barock und Moderne.

Der Kanon beinhaltet wiederkehrende Motivik: Das B-A-C-H-Motiv rahmt die zehn Takte ein, in tiefer und hoher Lage, Augmentation und Diminution. Mit der figura sospirans in den ersten beiden Takten und der figura corta (erstmals in T. 3) spielen zwei wichtige Figuren der barocken Affektenlehre eine Rolle, sie finden sich zudem in Sequenzierungen. Takt 4 zitiert den Anfang aus Bachs „Toccata in d-Moll“ (BWV 565), das Motiv kehrt in Takt 7 in Umkehrung wieder.

Die Komposition verwendet alle 12 Töne des gleichschwebenden Systems. Dies ist eine Verneigung vor J. S. Bach, der als erstes dieses System voll ausgeschöpft hat. Die enharmonische Verwechslung der Überbindung von T. 5 auf T. 6 zeigt die Gleichberechtigung der beiden Töne dis und es in der „Wohltemperierten“ Stimmung.

Die graphische Partitur ist die korrekte und gültige Darstellung der Komposition. Zur Erleichterung der Aufführung, die auch für Streichensemble oder -orchester möglich ist, sind Einzelstimmen in herkömmlicher Notation und eine Klangpartitur, die den Gesamtablauf ausnotiert und bei der Aufführung dem Dirigenten als Erleichterung dienen kann, erhältlich. Die Klangpartitur ist auch für analytische Zwecke interessant. Darüber hinaus biete ich eine "Auflösung" des Rätsels an: eine Seite mit der Auflistung aller Zahlenspiele, die dem Werk enthalten sind. Eine farbige Permutationstabelle visualisiert die Verschiebungen.

JSBach333 - Probepartitur

JSBach333_Probepartitur.pdf (660,0 kB)

JSBach333 - Permutationstabelle

JSBach333 - Permutationstabelle.pdf (89,1 kB)

JSBach333 - Audio

Solisten des Fellbacher Kammerorchesters:

Regine Rosin, Violine - Daniel Egger, Viola - Cora Wacker, Cello

 

Triangolo-Animation

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